75. Salon Europa - F A B U L A D O C E T - Die Fabel lehrt

Freitag, 27. April 2012 - 19:30
"Der Hirsch, der sich im Wasser spiegelt." Foto: Rose Packebusch

EIN FABELHAFTER ABEND
Die Gäste des Salon Europa lesen aus der am Abend zusammengetragenen Fabel-Sammlung.
Eine Anthologie entsteht.

Unter dem Motto "Die Gelegenheit ist günstig" lade ich Sie und Euch zur Mitarbeit an einer Fabel-Sammlung ein. Jeder Gast des Salon möge bitte seine Lieblingsfabel mitbringen und auf Wunsch vortragen. Diese Anthologie wird am gleichen Abend in Form einer Broschur zusammengetragen und am Ende des Abends den Gästen überreicht.
Dreißig Kopien pro Text bitte mitbringen, Din A 4 : Verfasser, Titel der Fabel, Fabel, ausgewählt von...

Herzlich eingeladen!
Viel Vergnügen bei der Auswahl-bis zum Wiedersehen
Eure Saloniere
Rose Packebusch

mehr:
Beginn: 19:00 Uhr mit einem fabelhaftes Buffet

Lesung: 20.00 Uhr

Eintritt: 10.-€ für Buffett, Getränke und Antologie

Ort: Harzgeroder Weg 4, 51061 Köln-Höhenhaus

Um Anmeldung wird gebeten unter: info@rosepackebusch.de

Sie sind herzlich eingeladen!

DER LESER SIEHT DAS BILD und lacht des Fuchses List:
Merkt aber schamroth oft, da er getroffen ist.

Die Charaktere der Thiere sind bestimmt. Auch dieses trägt nicht wenig zum Vergnügen, oder zu dem Unterzweck der Fabel bey. Der Esel ist dumm, der Fuchs schlau: der Löwe muthig, der Hase feig: der Wolf grausam, das Lamm sanft etc.  Aus dieser Bestimmtheit der Charaktere läßt sich auf einen moralischen Satz ein eben so sichere, als angenehme Anwendung machen. So wird durch die Fabel die ganze Natur belebt, und alle Wesen, wenn man sie mit Äsops Augen ansieht, werden eben so viele unterhaltende Lehrer. Ich sagte schon oben, daß die Moral der Philosophen oft zu versteckt und finster ist; aber in der Fabel lernet man seine Pflichte, die Wahrheit, die Schönheit der Tugend, die Häßlichkeit des Lasters ohne Anstrengung wie spielend, kennen. Die zu nackte Wahrheit blendet, im Fabelschleyer ist sie doppelt reizend. …

Fabulae Aesopiae
Phädrus in deutschen Reimen
von Xaver Weinzierl
Wien und Triest, 1817
aus dem Vorwort